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Die Verteidigung der EU in Zahlen

Die Verteidigungsausgaben der EU-Mitgliedstaaten sind zwischen 2021 und 2024 stark gestiegen. Die EU hat eine Reihe von Initiativen eingeleitet, um die individuellen Bemühungen der Mitgliedstaaten zu ergänzen und zu verstärken und um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Wie viel geben die EU-Mitgliedstaaten für die Verteidigung aus?

Im Jahr 2024 beliefen sich die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten auf 343 Mrd. € und stiegen damit im zehnten Jahr in Folge an. Die Ausgaben sollen 2025 auf geschätzte 381 Mrd. € steigen. 2025 stiegen die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten im Vergleich zum Vorjahr um 11 % und im Vergleich mit dem Jahr 2020 um 62,87 %.

Die Verteidigungsausgaben wurden 2024 von 1,6 % im Jahr 2023 auf 1,9 % des BIP der EU-Mitgliedstaaten erhöht. 2025 sollen die Ausgaben 2,1 % erreichen.

Verteidigungsausgaben (2005-2025)

Textfassung

Das Diagramm zeigt den Anstieg der Verteidigungsausgaben der EU-Mitgliedstaaten zwischen 2005 und 2025. Deutlich erkennbar ist ein erheblicher Anstieg der Verteidigungsausgaben zwischen 2020 und 2025.

Verteidigungsinvestitionen nehmen zu

Im Jahr 2024 legten die Verteidigungsinvestitionen außergewöhnlich stark zu. Sie stiegen im Vergleich zu 2023 um 42 % an und erreichten einen Rekordhoch von 106 Mrd. €. Diese Daten deuten darauf hin, dass sich der steigende Trend fortsetzen wird. Im Jahr 2025 sollen die Verteidigungsinvestitionen voraussichtlich auf fast 130 Mrd. € steigen.

2024 war das sechste Jahr in Folge, in dem die Mitgliedstaaten den gemeinsamen Richtwert von 20 % für Verteidigungsinvestitionen überschritten. 31 % der gesamten Verteidigungsausgaben entfielen auf Investitionen in die Verteidigung, den höchsten jemals verzeichneten Wert. Die Prognosen deuten darauf hin, dass dieser Anteil 2025 weiter steigen wird.

Investitionen im Verteidigungsbereich (2005-2025)

Textfassung

Das Diagramm zeigt den Anstieg der Investitionen der EU-Mitgliedstaaten in Verteidigung zwischen 2005 und 2025. Deutlich erkennbar ist ein erheblicher Anstieg der Investitionen im Verteidigungsbereich zwischen 2020 und 2025.

Beschaffung von Verteidigungsgütern

Die Ausgaben für die Beschaffung von Verteidigungsgütern stiegen im Vergleich zu 2023 um 39 %, wobei sich die Beschaffungsausgaben insgesamt 2024 auf 88 Mrd. € beliefen. Mehr als 80 % der Verteidigungsinvestitionen entfallen auf die Beschaffung von Verteidigungsgütern.

Im Jahr 2025 dürften die Ausgaben für die Beschaffung von Verteidigungsgütern 100 Mrd. € übersteigen.

Forschung und Entwicklung

Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung im Verteidigungsbereich, einschließlich aller Zahlungen bis zu den Ausgaben für die Warenproduktion, beliefen sich 2024 auf 13 Mrd. €. Dies entspricht einem Anstieg um 20 % gegenüber 2023.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden 2025 voraussichtlich 17 Mrd. € erreichen.

Quelle und Hinweise zur Methodik

Sämtliche Daten zu den Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten basieren auf den Zahlen der Europäischen Verteidigungsagentur. Die Zahlen wurden auf- oder abgerundet und in konstanten Preisen von 2024 bereitgestellt, um die Inflation zu berücksichtigen und einen Vergleich über mehrere Jahre hinweg zu ermöglichen.

Weitere Informationen:

Was unternimmt die EU, um die Verteidigungsausgaben zu erhöhen?

Während Sicherheit und Verteidigung weiterhin in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen, ergänzt und verstärkt die EU die individuellen Anstrengungen der Mitgliedstaaten, indem sie sowohl erhöhte nationale Verteidigungsausgaben unterstützt als auch EU-Haushaltsmittel einsetzt.

Eine verstärkte Zusammenarbeit bei Investitionen im Verteidigungsbereich zwischen den Mitgliedstaaten ist von entscheidender Bedeutung. Neben Kosteneinsparungen kann sie dazu beitragen, verfügbare Mittel effizienter zu nutzen.

Die EU-Verteidigungsinitiativen bieten eine Plattform für verstärkte Zusammenarbeit mit zusätzlichen Finanzierungsanreizen und damit die Möglichkeit, die Effizienz der gesamten Investitionen im Verteidigungsbereich erheblich zu verbessern. Langfristig können die Mitgliedstaaten mit interoperableren und weniger fragmentierten Fähigkeiten ausgestattet werden.

Unterstützung für die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten

Die EU hat mehrere Initiativen ergriffen, um die Mitgliedstaaten bei der Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben noch stärker zu unterstützen.

Neben anderen Initiativen leistet die EU über einen Darlehensmechanismus (Instrument für Sicherheitsmaßnahmen für Europa oder SAFE) befristete finanzielle Soforthilfe in Höhe von bis zu 150 Mrd. € und räumt den Mitgliedstaaten mit der Beantragung der Aktivierung der nationalen Ausweichklausel zusätzliche Haushaltsflexibilität ein.

Außerdem arbeiten die EU-Mitgliedstaaten im Bereich Sicherheit und Verteidigung im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität zusammen. Sie soll die EU besser in die Lage versetzen, Konflikte zu vermeiden, Frieden zu schaffen und zu erhalten und die internationale Sicherheit und Stabilität zu stärken. Ihre finanzielle Obergrenze liegt derzeit bei 17 Mrd. €.

Verteidigungsausgaben der EU

Die EU hat bereits mehrere Initiativen im Rahmen des EU-Haushalts ergriffen, um die Investitionen der Mitgliedstaaten im Verteidigungsbereich zu ergänzen. Die Ausgaben im Rahmen des EU-Haushalts umfassen:

  • 8,8 Mrd. € im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Verteidigungsbereich
  • 1,7 Mrd. € zur Unterstützung von Projekten im Bereich der militärischen Mobilität im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“
  • 300 Mio. € zur Unterstützung der gemeinsamen Beschaffung im Verteidigungsbereich
  • 500 Mio. € zur Förderung der Munitionsproduktion

Am 16. Oktober 2025 erzielten der Rat und das Europäische Parlament eine vorläufige Einigung über das Programm für die Europäische Verteidigungsindustrie (EDIP). Im Rahmen des EDIP plant die EU, im Zeitraum zwischen 2025 und 2027 1,5 Mrd. € in Form von Finanzhilfen bereitzustellen, um die europäische Verteidigungsindustrie zu stärken.

Verteidigungsbereitschaft der EU

Verteidigungsbereitschaft der EU

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Eine stärkere und leistungsfähigere Europäische Union im Bereich Sicherheit und Verteidigung wird die industrielle und technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas steigern. Die Integration der industriellen Kapazitäten zwischen den Mitgliedstaaten ermöglicht Größenvorteile und senkt die Kosten.

Umsatz der Verteidigungsindustrie

Im Jahr 2024 erzielte die europäische Verteidigungsindustrie einen Umsatz von 183,4 Mrd. €, was einem Anstieg um 13,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Textfassung

Das Diagramm zeigt den Umsatz im Verteidigungsbereich in Europa zwischen 2021 und 2024:

  • 2024: 183,4 Mrd. €
  • 2023: 161,1 Mrd. €
  • 2022: 136,7 Mrd. €
  • 2021: 123,8 Mrd. €

Dieser Wachstumstrend zeigte sich in allen drei Schlüsselsektoren:

  • Militärische Luft- und Raumfahrt: 74,9 Mrd. € Umsatz (+ 13,6 %)
  • Marine: 43,2 Mrd. € (+ 13,6 %)
  • Heer: 65,3 Mrd. € (+ 14,3 %)

2024 erreichten die europäischen Ausfuhren von Militärgütern einen Wert von 60 Mrd. €, was einem Anstieg von 2,1 % gegenüber dem Jahr 2023 entspricht.

Arbeitsplätze im Bereich Verteidigung

Im Jahr 2024 war in der europäischen Verteidigungsindustrie ein erheblicher Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen, wobei die Gesamtzahl der Arbeitsplätze 633 000 erreichte. Das entsprach einer Zunahme von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Textfassung

Das Diagramm zeigt die Arbeitsplätze im Bereich Verteidigung in Europa zwischen 2021 und 2024:

  • 2024: 633 000
  • 2023: 582 710
  • 2022: 539 914
  • 2021: 526 790

Etwa 240 000 dieser Arbeitsplätze entfielen auf den Sektor der militärischen Luft- und Raumfahrt; 393 000 waren es zusammengenommen in den Sektoren Heer und Marine.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielen in den komplexen Lieferketten im Verteidigungsbereich in Europa eine zentrale Rolle. Derzeit gibt es mehr als 2500 KMU in der europäischen Verteidigungsindustrie.

Quelle und Hinweise zur Methodik

Alle Daten über den Umsatz und die Arbeitsplätze im Bereich Verteidigung beruhen auf den Zahlen des Europäischer Verband der Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie, dem 20 EU-Staaten sowie das Vereinigte Königreich, Norwegen und die Türkei angehören. Die Zahlen wurden auf- oder abgerundet, um Wechselkursschwankungen und unterschiedliche statistische Erfassungsmethoden zu berücksichtigen.

Weitere Informationen:

Siehe auch

Zwei Personen sitzen an Schreibtischen, jeweils umgeben von mehreren Computerbildschirmen mit verschiedenen Datenvisualisierungen.
EU-Mittel für Verteidigung

EU-Mittel für Verteidigung

Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern

Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern

Nationale Ausweichklausel für Verteidigungsausgaben

Nationale Ausweichklausel für Verteidigungsausgaben

Letzte Überprüfung: 7. Januar 2026