Wie die EU schädliche Online-Inhalte bekämpft
Ziel des europäischen Gesetzes über digitale Dienste ist es, ein sichereres und transparenteres Internet zu schaffen. Indem Online-Plattformen dafür verantwortlich gemacht werden, wie sie Inhalte verwalten und moderieren, trägt das Gesetz über digitale Dienste dazu bei, die Verbreitung schädlicher Inhalte im Internet zu bekämpfen.
Wie das Gesetz über digitale Dienste zur Bekämpfung schädlicher Inhalte beiträgt
Mit dem Aufstieg von sozialen Medien und Online-Plattformen können falsche oder irreführende Informationen schnell verbreitet werden und so die öffentliche Meinung prägen, das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben und demokratische Prozesse sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedrohen.
Das europäische Gesetz über digitale Dienste trägt dazu bei, Propaganda, Fehlinformationen und Fake News im Internet zu bekämpfen, indem strenge Anforderungen für Online-Plattformen eingeführt werden:
Gesetz über digitale Dienste
eine Rechenschaftspflicht für illegale Inhalte und Geldbußen für Nichteinhaltung
Risikobewertungen schädlicher Informationen
Transparenz bei der Funktionsweise von Algorithmen
Meldeinstrumente für Nutzerinnen und Nutzer sowie strengere Werbevorschriften
Krisenreaktionsmechanismus zur Eindämmung gefälschter Informationen in Notfällen
unabhängige Prüfungen der Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Inhalte
Unterschiede zwischen Propaganda, Fehlinformationen und Fake News
Propaganda
manipulierte Fakten zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung
Fehlinformationen
falsche Informationen ohne böswillige Absicht
Fake News
irreführende Informationen zur Täuschung von Menschen
Propaganda, Fehlinformationen und Fake News beeinflussen die Menschen zwar auf unterschiedliche Weise, tragen aber alle dazu bei, die Wahrheit zu verzerren.
Bei Propaganda handelt es sich um Informationen, die bewusst erzeugt und verbreitet werden, um die Denk- und Handlungsweisen der Menschen zu beeinflussen, in der Regel zur Unterstützung politischer oder ideologischer Ziele. Propaganda kann zwar Sachinformationen enthalten, diese sind aber in der Regel einseitig oder verzerrt, wobei bestimmte Standpunkte strategisch hervorgehoben werden.
Fehlinformationen sind falsche Informationen, die von Menschen, die sie für richtig halten, ohne Täuschungsabsicht geteilt werden. Fehlinformationen können sich aus Missverständnissen, Gerüchten oder unzureichenden Recherchen ergeben.
Fake News sind absichtlich falsche oder übertriebene Nachrichten, die Menschen irreführen, Verwirrung erzeugen oder versteckte Absichten vorantreiben sollen. Fake News imitieren in ihrer Darstellung oft echte Nachrichtenberichterstattung.
Fake News in der EU
Die Verbreitung schädlicher Online-Inhalte stellt in der EU nach wie vor ein großes Problem dar, insbesondere im Zusammenhang mit politischen Ereignissen. Im Jahr 2018 wurde im Rahmen einer Eurobarometer-Umfrage untersucht, wie gut EU-Bürgerinnen und -Bürger über Fake News im Internet informiert waren und wie ihre Einstellung dazu war.
65 % der Europäerinnen und Europäer kommen mehrmals im Monat mit Fake News in Berührung
Quelle: Eurobarometer 464
71 % sind sich sicher, dass sie Fake News erkennen können
Quelle: Eurobarometer 464
Das Vertrauen in die Nachrichten ist beim Radio am höchsten und bei den sozialen Netzwerken am geringsten
Quelle: Eurobarometer 464
Siehe auch
Gesetz über digitale Märkte
Online-Sicherheit
Elektronischer Handel in der EU
Letzte Überprüfung: 31. Juli 2025