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Libanon

Die EU unterstützt die territoriale Integrität, Souveränität, Stabilität und politische Unabhängigkeit Libanons und die Reformbemühungen der libanesischen Regierung.

Die Krise in Libanon

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise und der Feindseligkeiten zwischen der Hisbollah und Israel steht die EU an der Seite der libanesischen Bevölkerung und unterstützt die Reformbemühungen der libanesischen Regierung zur

  • Stabilisierung der Wirtschafts- und Sicherheitslage
  • Ausübung ihrer Souveränität über ihr gesamtes Hoheitsgebiet
  • Schaffung eines staatlichen Waffenmonopols

Der Europäische Rat verurteilt die Angriffe der Hisbollah auf Israel und auf die Zivilbevölkerung im Norden Israels auf das Schärfste und fordert die vollständige Entwaffnung der Hisbollah.

Die EU unterstützt die libanesische Regierung dabei, die Institutionen des Landes – darunter die libanesischen Streitkräfte – zu stärken, um ihnen zu helfen, die Kontrolle über das gesamte libanesische Hoheitsgebiet zurückzugewinnen und ein staatliches Monopol auf den Waffenbesitz zu schaffen.

Im Einklang mit der Resolution 2790 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen unterstützt die EU nachdrücklich die territoriale Unversehrtheit, Souveränität, Stabilität und politische Unabhängigkeit Libanons innerhalb seiner international anerkannten Grenzen.

Die EU ist entschlossen, mit der Regierung, den Institutionen und der Zivilgesellschaft Libanons zusammenzuarbeiten, um das politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Umfeld des Landes zu verbessern und Libanon zu helfen, die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen, mit denen das Land auf nationaler, regionaler und globaler Ebene konfrontiert ist.

Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah

Am 2. Juli 2026 begrüßte die EU das in Washington unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen Israel und Libanon, in dem die Entwaffnung der Hisbollah gefordert wurde, damit Israel seine Streitkräfte schrittweise aus dem libanesischen Hoheitsgebiet abziehen kann.

Das Abkommen steht für dringend benötigte Fortschritte bei den Bemühungen um Deeskalation, Frieden und die Wiederherstellung von Libanons Souveränität und territorialer Unversehrtheit. Die EU ruft zu einem dauerhaften Ende der Feindseligkeiten und zur uneingeschränkten Einhaltung des Völkerrechts, einschließlich des humanitären Völkerrechts, auf. Dazu gehört auch der Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur.

Die EU bekräftigt, dass eine dauerhafte Lösung in der Umsetzung der Resolution 1701 des VN-Sicherheitsrates verankert werden muss.

Interimstruppe der Vereinten Nationen in Libanon

Die EU unterstützt uneingeschränkt die Interimstruppe der Vereinten Nationen in Libanon (UNIFIL) und verurteilt jegliche Angriffe auf deren Personal. Die Ermordung von Friedenssicherungskräften stellt einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar und muss mit uneingeschränkter Rechenschaftspflicht geahndet werden.

Das derzeitige Mandat der UNIFIL läuft am 31. Dezember 2026 aus. Entscheidend für die Umsetzung der VN-Resolution 1701 ist weiterhin, dass die Vereinten Nationen auch nach dem UNIFIL-Einsatz in Libanon präsent bleiben. Die EU ist bereit, 2027 einen Beitrag dazu zu leisten.

Partnerschaft EU-Libanon

Die Beziehungen zwischen der Union und Libanon beruhen auf dem Assoziierungsabkommen EU-Libanon, das im April 2006 in Kraft getreten ist.

Auf der Tagung des Assoziationsrates EU-Libanon vom 11. November 2016 wurden die Partnerschaftsprioritäten angenommen, die als Richtschnur für die Beziehungen dienen und fünf Schwerpunktbereiche bilden:

  • Sicherheit und Bekämpfung des Terrorismus
  • Staatsführung und Rechtsstaatlichkeit
  • Förderung des Wirtschaftswachstums und der Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Migration und Mobilität
  • Mechanismen für den Dialog und die gegenseitige Koordinierung

Auf der neunten Tagung des Assoziationsrates EU-Libanon am 15. Dezember 2025 bekräftigte die EU ihre Bereitschaft, Optionen für die Modernisierung des Assoziierungsabkommens zu prüfen und Möglichkeiten zu sondieren, ihre Beziehungen zu Libanon auf die Ebene einer strategischen und umfassenden Partnerschaft zu heben, sobald konkrete Fortschritte bei den Strukturreformen erzielt worden sind.

Handelsbeziehungen

Mit dem Assoziierungsabkommen EU-Libanon ist eine Freihandelszone (FHZ) entstanden, wodurch libanesische Ausfuhren in die EU bevorzugt behandelt werden. Dies gilt insbesondere für gewerbliche und landwirtschaftliche Produkte.

Mit einem Anteil von fast 28 % am Warenhandel ist die EU mit Abstand der wichtigste Handelspartner Libanons. 2025 betrug der Wert der gehandelten Waren 6,1 Mrd. €. Dabei lagen die EU-Ausfuhren nach Libanon (5,5 Mrd. €) deutlich über den EU-Einfuhren aus Libanon (0,6 Mrd. €).

Die wichtigsten EU-Exporte nach Libanon sind Erdöl, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Maschinen.

Finanzielle Unterstützung

Insgesamt beläuft sich die Unterstützung, die Libanon seit 2011 von der EU erhalten hat, auf mehr als 3,5 Mrd. €. Dazu gehören auch Mittel, die als Reaktion auf die Syrien-Krise bereitgestellt wurden, sowie die damit verbundene Unterstützung für Flüchtlinge aus Syrien und bedürftige libanesische Bevölkerungsgruppen.

Im Mai 2024 beschloss die EU ein wegweisendes Paket zur Unterstützung Libanons und stellte 1 Mrd. € für den Zeitraum 2024-2027 bereit. Die erste Tranche in Höhe von 500 Mio. € wurde im August 2024 genehmigt. Unterstützt werden Reformen, der Sicherheitssektor, grundlegende Dienste, die Resilienz des Privatsektors sowie humanitäre Hilfsleistungen. Die zweite Tranche in Höhe von 500 Mio. € für den Zeitraum 2026-2027 wird derzeit vorbereitet.

Finanziert wird die EU-Hilfe für Libanon in erster Linie aus Mitteln, die über das Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit – Europa in der Welt für den Zeitraum 2021 bis 2027 zur Verfügung stehen.

Humanitäre Hilfe

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind rund 3 Millionen Menschen in Libanon auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dazu gehören schutzbedürftige libanesische Bürgerinnen und Bürger ebenso wie palästinensische und syrische Flüchtlinge. Mehr als 2,3 Millionen von ihnen leiden unter Ernährungsunsicherheit.

Die Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah hat mehr als eine Million Menschen vertrieben und den landesweiten Bedarf an humanitärer Hilfe noch erhöht. Kinder sind besonders betroffen. Das Gesundheits- und Bildungssystem und andere grundlegende Dienste in Libanon wurden beeinträchtigt und sind unter großen Druck geraten.

Libanon beherbergt im Verhältnis zu seiner Bevölkerung eine der höchsten Zahlen an Flüchtlingen weltweit. Gleichzeitig hat das Land weiterhin mit den Folgen einer anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise zu kämpfen.

Seit 2011 hat die EU mehr als 1 Mrd. € an humanitärer Hilfe bereitgestellt, um den dringenden Bedarf schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen zu decken. 2026 stellt die EU humanitäre Hilfe in Höhe von 100 Mio. € für Libanon bereit.

2025 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten gemeinsam rund 45 % der gemeldeten Gebermittel für Libanon bereitgestellt. Damit ist Team Europa der mit Abstand größte Geber humanitärer Hilfe für Libanon. Hilfe für schutzbedürftige Libanesinnen und Libanesen und Flüchtlinge wird über ein Netz humanitärer Partner geleistet, zu dem Organisationen der Vereinten Nationen und NRO gehören.

So unterstützt die EU Bevölkerungsgruppen, die auf Unterstützung angewiesen sind, durch

  • Nahrungsmittel und Grundversorgung
  • Gesundheitsversorgung
  • Unterbringung
  • Bildung in Krisensituationen
  • Geldtransfers
  • Schutz und Rechtsbeistand

Seit der Eskalation 2026 hat die EU zudem Flüge im Rahmen einer humanitären Luftbrücke organisiert und auf diesem Weg wichtige humanitäre Hilfsgüter geliefert, die von der EU, den Mitgliedstaaten und humanitären Partnern bereitgestellt wurden.

Unterstützung für die libanesischen Streitkräfte

Seit 2022 hat die EU die libanesischen Streitkräfte im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität (EFF) mit 182 Mio. € unterstützt.

Zuletzt hat der Rat am 4. Juni 2026 eine Unterstützungsmaßnahme im Rahmen der EFF in Höhe von 100 Mio. € angenommen. Ziel ist es, die Fähigkeiten der libanesischen Streitkräfte in fünf Schlüsselbereichen zu verbessern: territoriale Kontrolle, bereichsübergreifende Sensibilisierung, maritime Sicherheit, Schutz kritischer Militärstandorte und Gesundheitsversorgung.

Insgesamt sollen dadurch die Kapazitäten der libanesischen Streitkräfte gestärkt werden, das libanesische Hoheitsgebiet zu überwachen, zu kontrollieren und zu sichern, das staatliche Waffenmonopol aufrechtzuerhalten und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.

A military helmet, an olive branch and the stars of the EU flag.
Europäische Friedensfazilität

Europäische Friedensfazilität

Siehe auch:

Karte, auf der die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas hervorgehoben sind.
Standpunkt der EU zur Lage im Nahen Osten

Standpunkt der EU zur Lage im Nahen Osten

Humanitäre Hilfe

Humanitäre Hilfe

Ein Löschhubschrauber und einige abstrakte Elemente.
Krisenreaktion

Krisenreaktion

Letzte Überprüfung: 4. September 2026