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EU-Zölle im Detail

Waren, die aus der übrigen Welt in die EU eingeführt werden, unterliegen Zöllen, die den Regeln und Grundsätzen der Welthandelsorganisation entsprechen.

Was sind Zölle?

Ein Zoll ist eine Abgabe, die auf die Einfuhr von Waren erhoben wird. Der Hauptzweck der Zölle besteht darin,

lokale Unternehmen und Arbeitsplätze zu fördern

die heimische Industrie vor unlauterem Wettbewerb zu schützen

Ein Zollsatz wird in der Regel in Form eines Wertzolls (d. h. als ein Prozentsatz des angemeldeten Warenwerts) oder in absoluten Zahlen (z. B. 100 € pro Tonne) ausgedrückt. Seltener kann er in Form eines gemischten Wertes ausgedrückt werden, der sich aus den beiden oben genannten Elementen zusammensetzt.

Zölle werden meist auf Einfuhren erhoben, es gibt jedoch auch Beispiele für Ausfuhrzölle.

Zölle sind eine Einnahmequelle für den Staat und erhöhen die Preise für eingeführte Waren, wodurch die im Inland hergestellten Erzeugnisse einen Preisvorteil genießen.

Wenn beispielsweise die EU für elektronische Geräte aus China einen Zollsatz von 20 % erhebt, würde ein Unternehmen, das ein Smartphone im Wert von 200 € einführt, 40 € an Zöllen zahlen. Das Unternehmen kann diese zusätzlichen Kosten an die Kunden weitergeben, wodurch das Smartphone teurer wird.

Wie werden Zölle erhoben?

Dank der Zollunion arbeiten die Zollbehörden aller EU-Länder so eng zusammen, als ob sie eine gemeinsame Behörde bildeten. Sie wenden dieselben Zölle auf Waren an, die von außerhalb der EU in ihr Hoheitsgebiet eingeführt werden.

75 % der erhobenen Zölle fließen in den EU-Haushalt, dies entspricht 13,7 % des Gesamthaushalts für das Jahr 2024.

Bei der Festlegung der Zölle befolgt die Europäische Union die Grundsätze und Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), der sie seit 1995 angehört. Alle EU-Mitgliedstaaten sind ebenfalls eigenständige Mitglieder der WTO.

Einer der wichtigsten WTO-Grundsätze ist die sogenannte Meistbegünstigung. Dieser Grundsatz besagt, dass Länder in der Regel keine diskriminierenden Unterscheidungen zwischen ihren Handelspartnern treffen können. Einige Ausnahmen sind zulässig. So können Länder beispielsweise ein Freihandelsabkommen schließen, das nur für Waren gilt, die innerhalb der Gruppe gehandelt werden. Ebenso kann ein Land Schranken setzen gegen Produkte aus bestimmten Ländern, die als unfair gehandelt gelten.

Was sind Handelskriege?

Ein Handelskrieg ist eine Wirtschaftsstreitigkeit zwischen zwei Ländern oder Gebietseinheiten. Dazu kann es kommen, wenn ein Land Vergeltungsmaßnahmen gegen als unlauter wahrgenommene Handelspraktiken eines anderen Landes ergreift, indem es Einfuhren mit Beschränkungen wie Zöllen belegt. Handelskriege führen in den beteiligten Ländern zu höheren Kosten für Unternehmen sowie für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Die Vereinigten Staaten führten beispielsweise im Jahr 2018 Zölle auf Stahl und Aluminium aus der EU ein. Als Reaktion darauf führte die EU Zölle auf US-Erzeugnisse wie Motorräder und Bourbon-Whiskey ein.

Die EU setzt handelspolitische Schutzinstrumente wie Antidumpingzölle ein, um die EU-Industrie vor internationalen Handelsverzerrungen zu schützen. Der Einsatz von handelspolitischen Schutzinstrumenten durch die EU beruht auf den Regeln der Welthandelsorganisation.

Das EU-Instrument gegen Zwangsmaßnahmen gibt der EU und ihren Mitgliedstaaten die Mittel an die Hand, um wirtschaftlichem Zwang durch Drittländern vorzubeugen und darauf zu reagieren. Dies geschieht mit dem Ziel, eine Deeskalation herbeizuführen und im Wege des Dialogs die Einstellung von Zwangsmaßnahmen in den Bereichen Handel und Investitionen zu erreichen.

Die EU kann sich ferner an das Streitbeilegungssystem der WTO wenden, das Mechanismen zur Beilegung von Handelsstreitigkeiten zwischen den Mitgliedern vorsieht.

Auf der Grundlage vorab festgelegter Regeln kann jedes WTO-Mitglied eine Beschwerde wegen Verstößen gegen WTO-Regeln einreichen. Die WTO trägt dazu bei, eine Eskalation von Handelsstreitigkeiten zu verhindern.

Seit der Gründung der WTO im Jahr 1995 war die EU an 201 Fällen beteiligt: In 110 Fällen als Beschwerdeführer und in 91 Fällen als beklagte Partei.

Senkung der Zölle durch Handelsabkommen

Um Zölle zu senken und den Handel zu erleichtern, schließt die EU Handelsabkommen mit Drittländern.

Einige der Abkommen konzentrieren sich auf die Abschaffung von Zöllen, während andere Abkommen umfassendere Verpflichtungen in den Bereichen Dienstleistungen, Investitionen, öffentliches Beschaffungswesen, Wettbewerb, verschiedene Regulierungsfragen, nachhaltige Entwicklung und andere Themen umfassen.

Derzeit verfügt die EU über das größte Handelsnetz der Welt. Die EU hat 44 Abkommen mit rund 80 Partnern geschlossen.

Die EU hat derzeit folgenden Status:

  • weltweite Führungsrolle im Handel mit Waren und Dienstleistungen
  • wichtigster Handelspartner von rund 80 Partnern
  • zweitgrößter Ausführer und Einführer von Waren weltweit

Der EU-Binnenmarkt, ein zollfreies Gebiet

Mit der Errichtung der Zollunion im Jahr 1968 wurden die Zölle zwischen den EU-Mitgliedstaaten abgeschafft, wodurch ein Binnenmarkt mit freiem Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr geschaffen wurde.

Wenn keine Zölle erhoben werden, können Unternehmen zu niedrigeren Kosten tätig sein, leichter über Grenzen hinweg expandieren und Zugang zu einem größeren Kundenstamm erhalten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von einer größeren Auswahl, günstigeren Preisen und hohen Sicherheitsstandards für Produkte und Dienstleistungen.

Diese Integration des Binnenmarkts nützt der Bevölkerung und Unternehmen in der ganzen Region und ist ein wichtiger Motor für die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum der EU.

Siehe auch

Handel

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Abbildung: Eine Weltkarte mit zwei Quadraten und Pfeilen, die „Handel“ symbolisieren.
Die Rolle der EU im Welthandel

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Abstrakte Kollage mit Elementen der US- und der EU-Flagge über Frachtcontainern
Handel EU-USA: Fakten und Zahlen

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Letzte Überprüfung: 12. Mai 2025