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Integrierte Meerespolitik

Die EU ist entschlossen, die Gesundheit der Meere zu verbessern, das Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit den Meeren in ihrem Hoheitsgebiet zu fördern und die Menschen in Küstengebieten und auf Inseln zu unterstützen.

Warum der Schutz der Meere wichtig ist

Die EU hat eine Küste von rund 70 000 km Länge. Ihr maritimer Bereich erstreckt sich über viele Sektoren und bietet ein breites Spektrum an Ressourcen, Vorteilen und Dienstleistungen, die für die Wettbewerbsfähigkeit, den Wohlstand und die Sicherheit der EU von entscheidender Bedeutung sind.

Um die Meerespolitik und die Zusammenarbeit in diesem Bereich zu stärken, wird mit dem „Europäischen Pakt für die Meere“ ein Rahmen für eine verantwortungsvolle Meerespolitik geschaffen, der sich auf sechs Hauptbereiche stützt.

Gesunde Meere

Wettbewerbsfähige und nachhaltige blaue Wirtschaft

Küstengemeinden und Inseln

Wissen, Forschung und Kompetenzen betreffend die Meere

Maritime Sicherheit und Verteidigung

Meeresdiplomatie

Mit dem Pakt wird in jedem Bereich eine Reihe von Initiativen eingeführt, um die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Ziele der EU zu verwirklichen.

Infolge einer Aufforderung des Europäischen Rates vom 20. März 2025 legte die Europäische Kommission am 5. Juni 2025 den „Europäischen Pakt für die Meere“ vor. Der Rat begrüßte diesen am 8. Dezember 2025 und rief zu weiteren Maßnahmen auf. Als nächsten Schritt sollte die Kommission bis Ende 2026 den „Rechtsakt für die Meere“ vorlegen. Ziel ist es, die Meerespolitik in der EU zu stärken.

Umweltschutz und Erhaltung der biologischen Vielfalt

Die Erhaltung der Gesundheit der Meere ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere angesichts der Umweltverschmutzung, des Raubbaus an Ressourcen und des Klimawandels.

Um diesen Bedrohungen zu begegnen, hat der Rat betont, wie wichtig und dringend es ist, die Ozeane und ihre Ökosysteme zu erhalten, wiederherzustellen und nachhaltig zu nutzen.

In Bezug auf die biologische Vielfalt spricht sich der Rat für eine rasche Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt außerhalb nationaler Hoheitsbefugnisse (BBNJ) aus und hat eine schnellere Umsetzung des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal gefordert.

Der Rat hat ferner ein rechtsverbindliches Abkommen zur Beendigung der Plastikverschmutzung gefordert und betont, wie wichtig es ist, einen guten Umweltzustand der Meereslebensräume in der EU zu erreichen.

Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit

Die Meere sind von entscheidender Bedeutung für ein breites Spektrum von Sektoren, darunter Fischerei, Aquakultur, Schifffahrt, Tourismus und Energie. Im Einklang mit ihren Zielen des digitalen und des ökologischen Wandels setzt sich die EU dafür ein, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und das Wachstum anzukurbeln, die CO2-Emissionen zu verringern und die Innovation in den Sektoren ihrer sogenannten blauen Wirtschaft zu steigern.

Zu diesem Zweck hat der Rat dazu aufgerufen, die maritime Industrie der EU durch eine neue Industriestrategie der EU für die maritime Wirtschaft und eine Strategie für die Häfen der EU zu stärken.

Im Hinblick auf die neue Strategie der EU für die maritime Wirtschaft betonte der Rat ferner, wie wichtig Investitionen in Forschung, Beschäftigung und Kompetenzentwicklung sowie ein verbesserter Zugang zu Kapital für europäische Unternehmen und KMU sind.

Unterstützung von Küstengemeinden

Küsten- und Inselgemeinschaften sind für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige blaue Wirtschaft von entscheidender Bedeutung, da sie Ernährungssicherheit sowie saubere und erschwingliche erneuerbare Meeresenergie bieten. Sie stehen jedoch auch vor besonderen Herausforderungen, wie z. B. der Bedrohung durch den steigenden Meeresspiegel, Küstenerosion und extreme Wetterereignisse sowie einer begrenzten wirtschaftlichen Diversifizierung.

Um diese Herausforderungen anzugehen, hat der Rat eine verstärkte Unterstützung gefordert, um Küstengemeinden bei ihren Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen und Sektoren, die von der blauen Wirtschaft abhängig sind, zu unterstützen. Darüber hinaus betonte der Rat, wie wichtig die künftige EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus ist, um Küstengemeinden weiter zu unterstützen.

Der Rat hat ferner betont, wie wichtig es ist, Folgendes sicherzustellen:

  • besondere Berücksichtigung der Gebiete in äußerster Randlage der EU
  • stärkere Koordinierung zwischen der lokalen, der nationalen und der regionalen Ebene bei Entscheidungsprozessen

Forschung und Kompetenzen

Die EU ist entschlossen, weiterhin eine Führungsrolle in der Meeresforschung zu übernehmen, das Wissen über die Meere zu verbessern und es leicht zugänglich zu machen. Die Unterstützung von Forschung, Innovation und offenen Daten ist für die Verwirklichung dieser Ziele von entscheidender Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat der Rat Folgendes gefordert:

  • stärkere Rahmen für das Datenmanagement
  • verstärkte sektor- und grenzübergreifende Zusammenarbeit, auch in Bezug auf die Belastungen der Meere
  • mehr Wissensaustausch, Aus- und Weiterbildung und Umschulung von Arbeitskräften im maritimen Bereich
  • Verbesserung des Wissens über die Meere sowie Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern und jungen Menschen in die Politikgestaltung
  • stärkere Verknüpfung von Wissenschaft und Politik

Darüber hinaus hat der Rat die Bedeutung standardisierter Meeresdaten und einer verstärkten Datenerhebung und -überwachung hervorgehoben und die Meeresbeobachtungsinitiative begrüßt.

Maritime Sicherheit

Die zunehmende Komplexität maritimer Bedrohungen – von Angriffen auf Unterwasserinfrastrukturen über Cyberbedrohungen bis hin zu Bedrohungen durch die Schattenflotte – erfordert eine koordinierte Reaktion. Die EU-Politik im Bereich der maritimen Sicherheit beruht auf einer speziellen Strategie, die dazu beiträgt, die Interessen der EU auf See sowie ihre Bürgerinnen und Bürger, Werte und Wirtschaft zu schützen.

Meeresdiplomatie und internationale Zusammenarbeit

Die EU wird ihre Meeresdiplomatie stärken, um unter uneingeschränkter Achtung des Völkerrechts die Meere zu schützen, die Interessen und Werte der EU zu fördern und die multilaterale Zusammenarbeit voranzubringen. In diesem Zusammenhang hat der Rat betont, wie wichtig es ist, mit internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, um der Meeresverschmutzung, der Erschöpfung der Fischbestände und dem Verlust von Meeresressourcen entgegenzuwirken.

Der Rat hat ferner den Null-Toleranz-Standpunkt der EU gegenüber der illegalen, ungemeldeten und unregulierten Fischerei bekräftigt und folgende Maßnahmen gefordert:

  • stärkere internationale Zusammenarbeit zur Gewährleistung von Transparenz in den Eigentumsstrukturen von Fischereifahrzeugen
  • ein neuer Ansatz für das auswärtige Handeln der EU im Bereich der globalen Fischereipolitik und der nachhaltigen Bewirtschaftung der Ozean- und Meeresressourcen

Der Rat unterstützt ferner die Arbeit der EU-Mitgliedstaaten im Rahmen der Internationalen Meeresbodenbehörde zur Schaffung eines soliden Regelungsrahmens für einen möglichen künftigen Tiefseebergbau.

Siehe auch

Abbildung eines Marineschiffes auf der Meeresoberfläche über einer Unterwasserpipeline mit einem großen Regulierventil.
Maritime Sicherheit

Maritime Sicherheit

Two large passenger ferries sail across a flat sea.
Seeverkehr

Seeverkehr

Letzte Überprüfung: 8. Juni 2026