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Klimagipfel COP 26

COP26 endet in Glasgow: gute Fortschritte aber weiterer Handlungsbedarf

Vom 31. Oktober bis zum 13. November 2021 kamen die Führungsspitzen der Welt in Glasgow (Vereinigtes Königreich) im Rahmen der COP 26 zusammen. Aber wofür steht „COP 26“ und warum gab es dieses Treffen?

Worum geht es bei der COP 26?

Bei der Konferenz der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (COP 26) handelt es sich um eine wichtige Veranstaltung, bei der Führungsspitzen aus allen Ländern der Welt zusammenkommen, um sich darüber zu einigen, wie die weltweiten Maßnahmen zur Lösung der Klimakrise intensiviert werden können.

Vor fast 30 Jahren kamen die Führungsspitzen aus aller Welt zusammen, um sich zum ersten Mal gemeinsam mit dem Klimawandel zu befassen. Die Vereinten Nationen haben die Länder aufgefordert, ein Klimaübereinkommen zu unterzeichnen, mit dem sich jedes Land zur Verringerung der Treibhausgasemissionen verpflichtet.

Seit damals treffen sich die Unterzeichnerstaaten dieses Übereinkommens – formell als „Parteien“ bezeichnet – jedes Jahr, um Fortschritte und Herausforderungen zu erörtern (aufgrund der COVID-19-Pandemie fand 2020 kein Treffen statt).

COP steht für „Conference of the Parties“ (Konferenz der Vertragsparteien) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC). Die COP 26 ist die 26. Tagung der Vertragsparteien des Übereinkommens; sie wurde vom Vereinigten Königreich in Partnerschaft mit Italien ausgerichtet.

Auf der Konferenz überprüften die Vertragsparteien die Fortschritte bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen im Rahmen des Ziels des Übereinkommens von Paris, die Erderwärmung deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen.

Philippe Lefebure, Experte für Klimaschutzpolitik, erläutert, worum es bei der COP 26 geht.

Warum war die COP 26 so wichtig?

Wissenschaftlern zufolge ist die Begrenzung der Erderwärmung auf unter 1,5 °C der beste Weg, den Planeten vor den gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Dennoch ist die Welt derzeit nicht auf dem richtigen Weg und die Temperaturen steigen weltweit.

Gemäß dem jüngsten Bericht des Weltklimarates (IPCC) verursacht die Erderwärmung verstärkte – und in einigen Fällen unumkehrbare – Veränderungen der Niederschlagsmuster, Ozeane und Winde in allen Regionen der Welt. In der EU und auf der ganzen Welt kommt es immer häufiger zu immer heftigeren extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbränden.

Es müssen äußerst dringend Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden. Die COP 26 brachte die Führungsspitzen der Welt zusammen, um gemeinsam zu handeln, damit der Temperaturanstieg und die Auswirkungen des Klimawandels begrenzt werden.

Die wichtigsten Ziele der COP 26 waren:

  • sich zu ehrgeizigeren Zielen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen bis 2030 verpflichten;
  • über Maßnahmen zur Anpassung an die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels beraten;
  • die Finanzmittel für Klimaschutzmaßnahmen aufstocken, insbesondere für Entwicklungsländer.
Philippe Lefebure erklärt, warum die COP 26 eine wichtige Chance ist, für den Klimaschutz aktiv zu werden.

Was war die Botschaft der EU für die COP 26?

Die EU will beim globalen Kampf gegen den Klimawandel mit gutem Beispiel vorangehen. Im Laufe der Jahre hat sie einige der fortschrittlichsten Umweltrechtsvorschriften der Welt verabschiedet und ihre bisherigen Emissionsreduktionsziele erreicht. Dieses Jahr hat die EU ihre Klimaschutzziele im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris erneuert, indem sie sich verpflichtet hat, die Emissionen bis 2030 um mindestens 55 % zu senken, und indem sie aus diesem Ziel im Wege des Europäischen Klimagesetzes eine rechtliche Verpflichtung macht.

Špela Horjak, Sprecherin des EU-Ratsvorsitzes, erläutert die Ziele der EU auf der COP 26.

Der Klimawandel ist jedoch eine globale Bedrohung und die EU kann nicht alleine handeln.

Auf der COP 26 ermutigte die EU andere dazu, ihre Verpflichtungen und Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen zu verstärken und die Anpassungsbemühungen zu intensivieren, um die Ziele des Übereinkommens von Paris in Reichweite zu halten.

Als größter Geldgeber der internationalen Klimaschutzfinanzierung hält sich die EU an ihre Zusage, Entwicklungsländern Mittel zur Verfügung zu stellen, um ihnen bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels zu helfen. Und sie wird auch weiterhin zur Verwirklichung des globalen Ziels beitragen, bis 2025 jährlich 100 Mrd. USD zu mobilisieren. Die EU fordert die anderen Industrieländer auf, ihren eigenen Beitrag zur Unterstützung der Entwicklungsländer zu leisten.

Wer vertrat die EU auf der COP 26?

Der Rat und die Europäische Kommission vertraten die EU auf der Konferenz. Eine Gruppe von Beamtinnen und Beamten des Rates und der Kommission bildete die EU-Delegation, die vom Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und dem Ministerpräsidenten Sloweniens Janez Janša als amtierendem Präsidenten des Rates der EU geleitet wurde.

Für den Rat nahm Slowenien an der Konferenz teil und beteiligte sich im Namen der 27 EU-Mitgliedstaaten an den Beratungen. Der Standpunkt, den die EU als Ganzes während der Verhandlungen – die zu einem erneuerten Engagement der Länder führen sollten – einnahm, wurde im Vorfeld der Konferenz im Rahmen der letzten Tagung des Rates „Umwelt“ vereinbart.

Dem Rat kommt bei internationalen Übereinkünften sowohl mit Drittländern als auch mit internationalen Organisationen eine wichtige Rolle zu. Seine Aufgabe besteht darin, Verhandlungsrichtlinien und den Abschluss von Übereinkünften zu billigen.

Špela Horjak erläutert, wer die EU auf der COP 26 vertritt.
Grafik zur Klimaneutralität

5 Fakten zum EU-Ziel der Klimaneutralität

Für die Zukunft Europas und der Welt ist es unerlässlich, gegen den Klimawandel anzugehen. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben 2019 das Ziel unterstützt, bis 2050 eine klimaneutrale Union zu erreichen. Damit wird an die Verpflichtungen der EU und ihrer Mitgliedstaaten angeknüpft, die sie mit der Unterzeichnung des Übereinkommens von Paris im Jahr 2015 eingegangen sind. Was bedeutet Klimaneutralität, und wie wird die EU dieses Ziel erreichen und gleichzeitig das Wohlergehen ihrer Bürgerinnen und Bürger fördern?