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Ein Strategischer Kompass für Sicherheit und Verteidigung

Der Strategische Kompass enthält Leitlinien und eine gemeinsame Vision für die Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU bis 2030.

Was ist der Strategische Kompass?

Der Rat hat den Strategischen Kompass am 22. März 2022 gebilligt – nur wenige Wochen nach Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine.

Der Strategische Kompass ist ein Aktionsplan, der eine gemeinsame strategische Vision und konkrete Ziele zur Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU bis 2030 aufzeigt. Er geht auf wachsende Bedrohungen wie geopolitischen Wettbewerb, Wirtschaftsrivalitäten, technologische Entwicklung, Desinformation und die Klimakrise ein.

Der Strategische Kompass basiert auf einem vielschichtigen Ansatz, der sich auf Diplomatie, humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Klimaschutz, Eintreten für die Menschenrechte, wirtschaftliche Unterstützung und Handelspolitik erstreckt.

Er deckt sämtliche Aspekte der Sicherheits- und Verteidigungspolitik ab und stützt sich auf vier Säulen – handeln, sichern, investieren und mit Partnern zusammenarbeiten.

Handeln – Präsenz und Engagement vor Ort

Schnellere Umsetzung der zivilen und militärischen Instrumente der EU, um die Maßnahmen gezielt auf die Bedürfnisse der Partner abzustimmen und die Rolle der EU als wichtiger Akteur bei der Krisenbewältigung weltweit zu stärken.

Investieren – mehr und bessere Ausgaben tätigen

Eine Verteidigungsbereitschaft, die auf einer integrierten, innovativen, wettbewerbsfähigen und widerstandsfähigen technologischen und industriellen Basis der europäischen Verteidigung sowie einer gestärkten europäischen Verteidigungsindustrie basiert.

Sichern – Bedrohungen antizipieren und die Bürgerinnen und Bürger schützen

Stärkung der Resilienz, um den freien, sicheren und geschützten Zugang zu umkämpften strategisch wichtigen Bereichen zu garantieren, die Bürgerinnen und Bürger der EU zu schützen und die Partner der EU weltweit zu unterstützen.

Mit Partnern zusammenarbeiten – eine wichtige Quelle von Stärke und Resilienz

Ausweitung und Vertiefung maßgeschneiderter Partnerschaften mit bilateralen, regionalen und multilateralen Partnern weltweit, um beiderseitigen Nutzen und eine verstärkte Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Ein Kompass mit einer Karte der Europäischen Union als Hintergrund.

Fortschritte in Zahlen

Seit der Billigung des Strategischen Kompasses im Jahr 2022 wurden bei allen vier Säulen erhebliche Fortschritte erzielt:

Ein Militärschiff.

Handeln

  • Start der Einsatzbereitschaft der EU-Schnelleingreifkapazität, durch die die EU rasch auf Krisen und Bedrohungen reagieren kann (2025)
  • Start von EUNAVFOR ASPIDES, einer neuen maritimen Operation zur Erhöhung der Sicherheit im Roten Meer und in der Golfregion (2024)
  • Start der EU-Mission in Armenien (2023)
  • Start der Partnerschaftsmission der EU in Moldau (2023)
  • Start der Sicherheits- und Verteidigungsinitiative zur Unterstützung der westafrikanischen Länder im Golf von Guinea mit maßgeschneidertem zivilem und militärischem Fachwissen (2023)
  • Start der militärischen Unterstützungsmission der EU zur Unterstützung der Ukraine (2022)
Ein Satellit.

Investieren

  • Vorstellung des Plans „ReArm Europe“/Bereitschaft 2030 (2025)
  • Annahme des Instruments für Sicherheitsmaßnahmen für Europa (Security Action for Europe – SAFE) und Aktivierung der nationalen Ausweichklausel (2025)
  • laufende Verhandlungen über das Programm für die Europäische Verteidigungsindustrie (2025)
  • Investitionen der Mitgliedstaaten in Höhe von 326 Mrd. €, davon 102 Mrd. € Investitionen im Verteidigungsbereich (2024)
  • 300 Mio. € zur Unterstützung der gemeinsamen Beschaffung von Verteidigungsgütern und 500 Mio. € zur Förderung der Munitionsproduktion im Rahmen des EU-Haushalts (2023)
Ein Kampfflugzeug.

Sichern

  • Vorstellung der Strategie der Union zur Krisenvorsorge (2025)
  • Aufbau von Teams für die rasche Reaktion auf hybride Bedrohungen zur Unterstützung der Mitgliedstaaten und Partner (2024)
  • Ausarbeitung eines Instrumentariums gegen ausländische Informationsmanipulation und Einmischung (FIMI) zur Abwehr von Bedrohungen für demokratische Prozesse (2024)
  • Annahme der Cyberresilienz-Verordnung und des Cybersolidaritätsgesetzes (2024)
  • Annahme von Maßnahmen für ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau in der EU (NIS2) bzw. über die Resilienz kritischer Einrichtungen (2023)
  • Annahme der EU-Weltraumstrategie für Sicherheit und Verteidigung, der EU-Cyberabwehrpolitik und der überarbeiteten EU-Strategie für maritime Sicherheit (2023)
Ein Handschlag.

Mit Partnern zusammenarbeiten

  • Unterzeichnung von Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaften mit Drittstaaten (2024–2025)
  • Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen zur Umsetzung der gemeinsamen Prioritäten der Zusammenarbeit EU-VN (2022-2024)
  • Organisation des Schuman-Forums für Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, an dem internationale Partner und EU-Verteidigungsministerinnen und ‑minister sowie Interessenträger teilnahmen (2023-2024)
  • Unterzeichnung der dritten gemeinsamen Erklärung der EU und der NATO (2023)
  • Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wie der Afrikanischen Union, dem Verband südostasiatischer Nationen, der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten und dem Golf-Kooperationsrat
  • Intensivierung des Dialogs und der Zusammenarbeit mit wichtigen bilateralen Partnern

Siehe auch

Verteidigungsbereitschaft der EU

Verteidigungsbereitschaft der EU

Die Verteidigung der EU in Zahlen

Die Verteidigung der EU in Zahlen

Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (SSZ)

Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (SSZ)

Letzte Überprüfung: 28. August 2025