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Aserbaidschan

Die Beziehungen der EU zu Aserbaidschan basieren auf dem Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Aserbaidschan, das seit 1999 in Kraft ist. Die EU ist der wichtigste Investor in Aserbaidschan und der größte Handelspartner des Landes.

Östliche Partnerschaft

Die EU arbeitet mit Aserbaidschan im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik und ihrer auf die östlichen Nachbarländer ausgerichteten Komponente, der Östlichen Partnerschaft, zusammen.

Partnerschafts- und Kooperationsabkommen

Die Beziehungen zwischen der EU und Aserbaidschan basieren auf dem Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Aserbaidschan, das seit 1999 in Kraft ist.

Am 14. November 2016 hat der Rat ein Mandat für Verhandlungen über ein verbessertes Rahmenabkommen mit Aserbaidschan angenommen. Die Verhandlungen wurden am 7. Februar 2017 eingeleitet.

Die Zusammenarbeit zwischen der EU und Aserbaidschan orientiert sich auch an den seit 2018 bestehenden gemeinsamen Partnerschaftsprioritäten. Diese Prioritäten spiegeln die Werte und Grundsätze der Europäischen Nachbarschaftspolitik wider; dazu gehören:

  • institutionelle Stärkung und gute Regierungsführung
  • wirtschaftliche Entwicklung und Marktchancen
  • Konnektivität, Energieeffizienz, Umwelt und Klimaschutz
  • Mobilität und direkte Kontakte zwischen den Menschen

Kooperationsrat

Der Kooperationsrat ist das höchste offizielle Gremium, das mit dem Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und Aserbaidschan eingesetzt wurde. Seine Aufgabe ist die Überwachung der Durchführung des Abkommens.

Die 18. Tagung des Kooperationsrates EU-Aserbaidschan fand am 19. Juli 2022 in Brüssel statt. Ziel des Treffens war es, den allgemeinen Stand der Beziehungen zwischen der EU und Aserbaidschan zu überprüfen und Fragen von beiderseitigem Interesse im Hinblick auf eine künftige Zusammenarbeit zu erörtern.

Visaerleichterungen

Das Visaerleichterungsabkommen zwischen der EU und Aserbaidschan trat 2014 in Kraft. Folglich ist es für aserbaidschanische Bürgerinnen und Bürger – und insbesondere für Vielreisende – einfacher und kostengünstiger, Visa für einen Kurzaufenthalt zu erhalten, die es ihnen ermöglichen, in die meisten EU-Länder zu reisen.

Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan

Unterstützung des Friedens

Die EU unterstützt uneingeschränkt die Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung der Souveränität, der territorialen Unversehrtheit und der Unverletzlichkeit der Grenzen im Einklang mit der Erklärung von Alma-Ata von 1991.

Die EU arbeitet seit Jahren mit beiden Parteien und internationalen Partnern zusammen, um die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Dafür haben sich die jeweiligen Präsidenten des Europäischen Rates persönlich engagiert und die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik und die Sonderbeauftragte der EU für den Südkaukasus und die Krise in Georgien fortwährend Anstrengungen unternommen.

Im August 2025 begrüßte die EU die Paraphierung des Friedensvertrags zwischen Armenien und Aserbaidschan und die Unterzeichnung einer politischen Erklärung. Dieses Abkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan stellt einen bedeutenden Durchbruch bei den Bemühungen zur Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts dar.

Die EU ist bereit, in regionale Konnektivität und eine vollständige Öffnung zu investieren, die in erster Linie den durch vergangene Konflikte gespaltenen Bevölkerungsgruppen zugutekommen und die Region an dauerhaften Frieden, Stabilität und Wohlstand heranführen soll.

Zivile Mission

Am 23. Januar 2023 ist der Rat übereingekommen, im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) eine zivile Mission in Armenien (EUMA) einzurichten.

Ziel der Mission ist es, zu Folgendem beizutragen:

  • Stabilität in den Grenzgebieten Armeniens und Aserbaidschans
  • Vertrauensbildung vor Ort

Der Einsatz der EUMA erfolgte gemäß dem Beschluss des Rates vom 17. Oktober 2022, ein Team von Überwachungsexperten auf die armenische Seite der internationalen Grenze zu Aserbaidschan zu entsenden, um die Lage in der Region zu beobachten, zu analysieren und darüber Bericht zu erstatten.

Das Mandat der Mission läuft bis Februar 2027.

Unterstützung der EU für Aserbaidschan

Investitionen

Die EU ist der größte ausländische Investor in Aserbaidschan, sowohl im Erdölsektor als auch im Nichtölsektor.

Die EU unterstützt Aserbaidschan mit Investitionen zur Unterstützung der wirtschaftlichen Diversifizierung des Landes und zur Beschleunigung des grünen und des digitalen Wandels. Über die Investitionen der EU wird z. B. Folgendes finanziert:

  • der Hafen von Baku als nachhaltiges Drehkreuz für den Waren- und Dienstleistungsverkehr;
  • die Digitalisierung von Verkehrskorridoren in Aserbaidschan;
  • die Wettbewerbsfähigkeit von 25 000 Start-ups und KMU;
  • die Entwicklung des ländlichen Raums und Wirtschaftswachstum;
  • nachhaltige Infrastruktur und Lösungen für intelligentere und grünere Städte.

Die EU ist auch der größte Geber Aserbaidschans im Zusammenhang mit Minenräumungen im Land; somit wird entscheidende Unterstützung bei der Verringerung von Risiken und der Rettung von Menschenleben geleistet.

Reformen und Gesellschaft

Die EU unterstützt die sozioökonomische Entwicklung und Reformen in Aserbaidschan über das Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI).

Die Reform des Justizsektors ist eine der Prioritäten der EU-Hilfe für Aserbaidschan. Die EU unterstützt insbesondere alternative Streitbeilegungsverfahren, hilft bei der Korruptionsbekämpfung und bietet Privatpersonen und Unternehmen Rechtshilfeleistungen und einen besseren Zugang zur Justiz.

Aserbaidschan ist einer der Hauptbegünstigten des Partnerschaftsinstruments („Twinning“), über das Peer-to-Peer-Schulungen und der Austausch mit öffentlichen Verwaltungen der EU-Mitgliedstaaten angeboten werden.

Die EU ist der wichtigste Unterstützer der Zivilgesellschaft in Aserbaidschan und fördert Demokratie, Menschenrechte und Medienfreiheit sowie Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Handel

Im Jahr 2024 war die EU mit rund 41,2 % des gesamten Handels mit Waren der wichtigste Handelspartner Aserbaidschans und der größte Exportmarkt des Landes, wobei 63,3 % seiner Ausfuhren und 13,2 % seiner Einfuhren auf die EU entfallen.

Die Ausfuhren der EU nach Aserbaidschan umfassen vor allem Maschinen und Fahrzeuge. Weitere EU-Ausfuhren nach Aserbaidschan umfassen hauptsächlich Chemikalien und verwandte Produkte sowie Industrieerzeugnisse.

Energiepartner

Aserbaidschan ist ein strategischer Energiepartner der EU, durch den derzeit rund 5 % des Gasbedarfs der EU gedeckt wird. Beim südlichen Gastransportkorridor handelt es sich um eine strategische Initiative, um Gas aus dem Kaspischen Meer auf die europäischen Märkte zu bringen; er stellt ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Energieversorgungssicherheit in Europa dar.

Im Jahr 2019 trat Aserbaidschan der Partnerschaft für Energieeffizienz und Umweltschutz in Osteuropa (E5P) bei. Weitere EU-Unterstützung im Energiesektor, einschließlich der Energieeffizienz, wurde im Rahmen der Initiative EU4Energy bereitgestellt.

Im März 2024 förderte die EU auch eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Windenergie zwischen der aserbaidschanischen Agentur für erneuerbare Energien und dem europäischen Industrieverband WindEurope.

Siehe auch

Östliche Partnerschaft

Östliche Partnerschaft

Armenische Flagge.
Armenien

Armenien

Georgien

Georgien

Letzte Überprüfung: 13. August 2025