"Wir verwenden Cookies, um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Notwendige Cookies sind für die wesentlichen Funktionen der Website des Rates erforderlich. Optionale Cookies helfen uns, anonyme und aggregierte Statistiken zu erheben, um besser Ihren Bedürfnissen zu entsprechen.
Tagung des Rates „Bildung, Jugend, Kultur und Sport“, 17./18. Mai 2021
Wichtigste Ergebnisse
Bildung und Jugend, 17. Mai
Chancengleichheit, Inklusion und Erfolg in der allgemeinen und beruflichen Bildung für alle
Chancengleichheit beim Zugang sowie Inklusion und Erfolg für alle sind Grundprinzipien der allgemeinen und beruflichen Bildung. Chancengleichheit und Inklusion stellen jedoch nach wie vor eine Herausforderung für unsere Bildungssysteme dar, wobei sowohl in als auch zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede bestehen. Da der sozioökonomische Hintergrund nach wie vor ein wichtiger Faktor ist, der die Bildungsergebnisse in der Europäischen Union beeinflusst, hat der Rat Schlussfolgerungen zu diesem Thema gebilligt. Die Zahl der Lernenden mit unterdurchschnittlichen Leistungen sowie jener, die die Schule abbrechen, ist in der EU nach wie vor hoch. 20,3 % der Lernenden mit Behinderungen verlassen die Schule frühzeitig. Studierende mit geringeren Chancen haben weniger Aussichten darauf, eine Tertiärbildung abzuschließen (43,4 %) als ihre Altersgenossen (82,3 %). In den Schlussfolgerungen werden die Mitgliedstaaten und die Kommission aufgefordert, bei Maßnahmen zur Verringerung unterdurchschnittlicher Leistungen, zur Anhebung des Kompetenzniveaus und zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit zusammenzuarbeiten.
Inklusive Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung spielen eine grundlegende Rolle bei der Verringerung unterdurchschnittlicher Leistungen, der Anhebung des Kompetenzniveaus und der Verhinderung von Arbeitslosigkeit, und zwar im gesamten Spektrum der allgemeinen und beruflichen Bildung, mit einem gesamtinstitutionellen Ansatz, um Chancengleichheit und Inklusion zu verbessern und den Bildungserfolg auf allen Ebenen und in allen Arten der allgemeinen und beruflichen Bildung zu fördern. Wir müssen mehr tun, um Maßnahmen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung zu ermitteln, mit denen der Bildungserfolg für alle Lernenden verbessert werden kann. Eine Möglichkeit würde darin bestehen, den Lehrkräftemangel zu beheben, insbesondere im Bereich der sonderpädagogischen Förderung und in multikulturellen und mehrsprachigen Kontexten.
Tiago Brandão Rodrigues, portugiesischer Minister für Bildung
Die Ministerinnen und Minister billigten Schlussfolgerungen zu der Initiative „Europäische Hochschulen“. Die Initiative „Europäische Hochschulen“ stellt einen Grundpfeiler des europäischen Bildungsraums dar, der bis 2025 aufgebaut werden soll. Der Rat ersucht die Mitgliedstaaten, alle verfügbaren Finanzierungsmechanismen zur Unterstützung der Initiative zu nutzen, und empfiehlt eine engere Zusammenarbeit zwischen den Bildungsbehörden, den Hochschuleinrichtungen und den Interessenträgern, um Hindernisse für die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu beseitigen, denn die „Europäischen Hochschulen“ können eine entscheidende Rolle dabei spielen, wichtige Brücken zur Forschungsarbeit und herausforderungsorientierten Lern- und Lehrkonzepten zu schlagen sowie stärkere Synergien zwischen der Hochschuldimension des europäischen Bildungsraums, des europäischen Forschungsraums und des europäischen Hochschulraums zu schaffen.
Die 41 Allianzen der „Europäischen Hochschulen“ befinden sich in einer frühen Phase ihrer Entwicklung, doch ihr Ziel ist es, zu Universitäten der Zukunft zu werden und Impulse für die Transformation des Hochschulwesens in der EU zu geben. Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Zusammenarbeit über Sprachen, Grenzen und Disziplinen hinweg dazu beitragen wird, die ehrgeizige Vision eines innovativen, global wettbewerbsfähigen und attraktiven europäischen Bildungsraums und europäischen Forschungsraums zu verwirklichen und unsere gemeinsamen europäischen Werte zu stärken.
Manuel Heitor, portugiesischer Minister für Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung
Neue Szenarien für die Transformation des Hochschulwesens
Im Anschluss an die Schlussfolgerungen des Rates zur Initiative „Europäische Hochschulen“ führten die Ministerinnen und Minister eine öffentliche Orientierungsaussprache, um Meinungen einzuholen und Ideen zur Zukunft der Hochschulbildung – insbesondere zur Rolle der Hochschuleinrichtungen als treibende Kräfte hin zum digitalen und ökologischen Wandel – auszutauschen. Die Aussprache orientierte sich an drei Fragen: Sollten die Allianzen der „Europäischen Hochschulen“ als „Testumgebungen“ für die Interoperabilität und Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in Bezug auf die berufliche Entwicklung im Bereich der Forschung und Lehre in Europa dienen? Zu welchen konkreten Maßnahmen sind Mitgliedstaat bereit, um einen europäischen Ansatz bei der Qualitätssicherung für gemeinsame Abschlüsse zu fördern? Ist die Annahme nationaler Rechtsvorschriften, durch die Microcredentials in der Hochschulbildung ermöglicht werden, angedacht?
Die Vielfalt im Bereich der Hochschulbildung in Europa zu wahren und dabei eine gemeinsame europäische Vision und gemeinsame europäische Werte zu fördern, im Sinne einer gestärkten europäischen Identität für junge Menschen sowie für Bürgerinnen und Bürger – das ist zu einer beispiellosen Herausforderung für die Gestaltung der Hochschulpolitik in ganz Europa geworden, und es muss als Teil der Transformation des Hochschulwesens der EU angegangen werden. Unter Berücksichtigung dieser Transformation müssen wir außerdem garantieren, dass Lernende über die erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen, und – unter Einbeziehung der Gesellschaft als Ganzes – langfristige Strategien für Bildung, Forschung und Innovation gewährleisten, um die Wissenslandschaft in allen Regionen Europas zu stärken und die Qualität und Attraktivität der europäischen Hochschuleinrichtungen zu fördern und ihre Stellung in der Gesellschaft zu verbessern.
Portugiesischer Minister für Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung
Teilhabe junger Menschen an Entscheidungsprozessen
Auch wenn junge Menschen im demokratischen Leben sehr aktiv sind, haben sie häufig weniger Möglichkeiten zur Teilhabe, und sie sind in Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert. Da sie von der gesamten politischen Agenda betroffen sind, sind ihr Engagement und ihre Einbindung bei der Suche nach Antworten auf die heutigen Herausforderungen von entscheidender Bedeutung.
Heute hat der Rat Schlussfolgerungen zur Stärkung der Mehrebenen-Governance bei der Förderung der Teilhabe junger Menschen an Entscheidungsprozessen gebilligt. Ziel dieser Schlussfolgerungen ist Chancengleichheit für alle jungen Menschen bei der Teilhabe, Einbindung und Befähigung hinsichtlich sie betreffender Entscheidungsprozesse.
Junge Menschen zählen zu jener Gruppe, die am stärksten von Einschränkungen in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie betroffen ist. Ihre Teilhabe an der Politikgestaltung ist unerlässlich, da sich die Entscheidungen, die heute getroffen werden, auf ihre Zukunft auswirken. Deshalb sollten wir alle aktiven und nachhaltigen Strukturen für die Teilhabe junger Menschen an der Entwicklung politischer Maßnahmen unterstützen.
Tiago Brandão Rodrigues, portugiesischer Minister für Bildung
Ein rechtebasierter Ansatz in der Jugendpolitik: die treibende Kraft für Engagement in der Zukunft?
Auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begegnen junge Menschen besonderen Herausforderungen, wodurch sie in eine Situation der Schutzbedürftigkeit geraten. Dies führt dazu, dass der Zugang junger Menschen zum Recht verbessert werden muss; und es sollte sich in einer menschenrechtsbasierten Jugendpolitik widerspiegeln. Die Ministerinnen und Minister führten eine öffentliche Aussprache darüber, wie die Behörden auf allen Ebenen junge Menschen einbeziehen, verbinden und stärken können.
Sonstiges
Der Vorsitz berichtete über die derzeitigen Auswirkungen von COVID-19 auf die allgemeine und berufliche Bildung und auf die Jugend.
Der künftige slowenische Vorsitz stellte sein Arbeitsprogramm vor.
Kultur, audiovisuelle Medien und Sport, 18. Mai
Erholung, Resilienz und Nachhaltigkeit der Kultur- und Kreativbranche
Kultur spielt eine entscheidende Rolle für die europäische Identität und zeigt bedeutende soziale und wirtschaftliche Wirkung. Der Rat hat Schlussfolgerungen gebilligt, in denen bekräftigt wird, dass die Kultur- und Kreativbranche zu den Sektoren gehört, die am stärksten von der COVID-19-Pandemie betroffenen sind, und dass entscheidende politische Maßnahmen zu ihrer Unterstützung ergriffen werden müssen, und zwar sowohl als sofortige Reaktion als auch in Form eines ehrgeizigeren und weitreichenden Ansatzes, da die derzeitige Krise strukturelle Herausforderungen sowie bestehende Anfälligkeiten der Kultur- und Kreativbranche bloßgelegt hat. Um die Erholung, Resilienz und Nachhaltigkeit der Kultur- und Kreativbranche zu fördern, werden in den Schlussfolgerungen folgende sechs Prioritäten festgelegt: Verbesserung des Zugangs zu den verfügbaren Finanzmitteln; Stärkung der Resilienz hauptberuflich in der Kultur- und Kreativbranche tätiger Menschen; weiterer Ausbau von Mobilität und Zusammenarbeit; Beschleunigung des digitalen und ökologischen Wandels; Vertiefung des Wissens und Verbesserung der Vorsorge im Hinblick auf künftige Herausforderungen und Berücksichtigung der Kulturszenen und lokalen Gemeinschaften. Mit den Schlussfolgerungen des Rates soll ferner Fairness und Gleichstellung für alle gefördert werden, wobei der Situation von Künstlerinnen und hauptberuflich in der Kultur- und Kreativbranche tätiger Frauen besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist. Der Rat fordert die Mitgliedstaaten und die Kommission auf, sich über bewährte Verfahren auszutauschen und bis 2023 in Bezug auf diese Schlussfolgerungen Bilanz zu ziehen.
Kinos, Theater und Musikfestivals gehören zu den Ersten, die zu Beginn der Pandemie von Schließungen betroffen waren, und zu den Letzten, die wieder öffnen können, wenn wir uns von der schlimmsten Krise seit Jahrzehnten erholt haben. Wir müssen dafür sorgen, dass die Kultur- und Kreativbranche einen Ausweg aus der Pandemie findet und für die Zukunft gerüstet ist.
Graça Fonseca, portugiesische Ministerin für Kultur
Der Rat hat Schlussfolgerungen zur Unterstützung der Erholung und des Wandels der europäischen Nachrichtenmedien und des audiovisuellen Sektors gebilligt. Da beide Sektoren aufgrund der COVID-19-Pandemie massive Verluste erlitten haben, werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Aufbau- und Resilienzfazilität – das Finanzierungsinstrument der EU für die Zeit nach der Krise – zu nutzen und in die Beschleunigung des digitalen und des grünen Wandels in diesen Sektoren zu investieren.
Die Schlussfolgerungen des Rates sind eine Reaktion auf den Aktionsplan, den die Kommission im vergangenen Dezember vorgelegt hat. Es ist an der Zeit, über eine Reihe weiterer grundlegender Themen nachzudenken, die wir nun aus einer neuen Perspektive sehen können. Wir sind uns bewusst, dass dazu das Überdenken herkömmlicher Geschäftsmodelle, eine Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit auf nationaler und internationaler Ebene und eine geschickte Nutzung der grünen und digitalen Welle gehören. Doch wir werden dabei auch das, was Europa ausmacht, bestmöglich zur Geltung bringen: unseren kulturellen Reichtum, unsere Vielfalt und unsere Kreativität.
Graça Fonseca, portugiesische Ministerin für Kultur
Diversifizierung der Finanzierungsquellen und -mechanismen für die Erhaltung und den Schutz des europäischen Kulturerbes
Das Kulturerbe Europas ist ein öffentliches Gut von großem sozialem und wirtschaftlichem Wert. Sein Schutz ist jedoch aufgrund finanzieller Zwänge bedroht; und das ist durch die COVID-19-Krise noch verschärft worden. Die Ministerinnen und Minister erörterten, wie das europäische Kulturerbe am besten finanziell unterstützt werden kann, wo neue Finanzierungsquellen gefunden werden können und welche Schritte langfristig die besten wären.
Innovation im Sport
Der Rat hat Schlussfolgerungen des Rates zur Innovation im Sport gebilligt. Der Rat ersucht die Mitgliedstaaten, Forschungs- und Entwicklungsinitiativen und ‑projekte im Bereich der Innovation im Sport zu fördern und zu unterstützen, Wissen zu schaffen und zu verbreiten sowie Instrumente für ein verbessertes Benchmarking für Politikentwicklung und Innovation im Sport bereitzustellen.
Etwa zwei Drittel des europäischen Wirtschaftswachstums in den letzten Jahrzehnten sind auf Innovation zurückzuführen. Innovation im Sport kann ein Beitrag sein, eine Steigerung der Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger an Sport und körperlicher Aktivität zu fördern, dient aber auch als Instrument zum Schutz der Integrität des Sports und zur Bekämpfung von Herausforderungen wie Spielabsprachen und Doping.
Tiago Brandão Rodrigues, portugiesischer Minister für Bildung
Die Sportdiplomatie stellt auf EU-Ebene ein relativ neues Konzept dar. Allerdings wird Sport seit jeher genutzt, um politische Botschaften zu vermitteln, und er ist Teil des diplomatischen Instrumentariums der globalen Partner und Gegenspieler der EU. Die Ministerinnen und Minister der EU erörterten, ob die Kultur- und Bildungsdiplomatie der EU als Vorbild für die Entwicklung einer EU-Strategie für Sportdiplomatie dienen kann und welche nächsten Schritte in dieser Hinsicht unternommen werden sollten.
Sonstiges
Der Vorsitz berichtete über die derzeitigen Auswirkungen von COVID-19 auf den Sport.
Der künftige slowenische Vorsitz stellte sein Arbeitsprogramm für Kultur/audiovisuelle Medien und Sport vor.
Der Vorsitz berichtete über die Konferenzen des Vorsitzes zu Kultur und Medien.
Der EU-Mitgliedstaat, der den amtierenden Dreiervorsitz im WADA-Stiftungsrat vertritt, informierte die Ministerinnen und Minister über die nächsten Treffen des WADA-Exekutivausschusses und des WADA-Stiftungsrats.
Die spanische Delegation sprach die Auswirkungen von Video-on-demand-Plattformen auf den EU-Markt für Audiovisuelles, insbesondere auf die Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren in der Wertschöpfungskette, an.
Die deutsche Delegation informierte über die Verhandlungen zur Änderung der MwSt-Richtlinie aus Sicht der Kulturpolitik, insbesondere im Hinblick auf die Besteuerung des Kunsthandels.
Die slowenische Delegation berichtete über die Ernennung der Kulturhauptstadt Europas 2025.
Die Kommission informierte über die Initiative „Healthy Lifestyle 4 All“ (Gesunde Lebensweise für alle), die im September 2021 auf den Weg gebracht werden soll.
Diese Publikation ist derzeit nur in folgender/folgenden Sprache(n) verfügbar:
Die Medienakkreditierung für internationale Gipfeltreffen, die außerhalb der Europäischen Union stattfinden, wird von den Regierungsbehörden des Gastgeberlandes gehandhabt.