Was ist Geldwäsche?
Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sind für das Wirtschafts- und Finanzsystem der EU ebenso wie für die Sicherheit der EU-Bürgerinnen und Bürger ein großes Problem.
Am 20. Juli 2021 legte die Europäische Kommission ein Paket mit Gesetzgebungsvorschlägen vor, die darauf abzielen, die Bürgerinnen und Bürger sowie das Finanzsystem der EU vor Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu schützen.
Am 30. Mai 2024 nahm der Rat das Paket an, mit dem die EU-Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gestärkt und ausgeweitet werden. Außerdem wird eine europäische Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche (Authority for Anti-Money Laundering – AMLA) mit direkten und indirekten Aufsichtsbefugnissen eingerichtet.
Sie wird ihren Sitz in Frankfurt haben und Mitte 2025 ihre Arbeit aufnehmen.
Was ist Geldwäsche?
Geldwäsche ist ein Vorgang, durch den Kriminelle die illegale Herkunft ihrer Vermögenswerte verheimlichen.
Sie nutzen Untergrund-Finanzsysteme, um Transaktionen und Zahlungen fernab von Aufsichtsmechanismen vorzunehmen.
Geldwäsche in Zahlen
Globale Schätzung:
zwischen 715 Mrd. € und 1,87 Bio. € des weltweiten BIP (2 %-5 %) werden jedes Jahr der Geldwäsche unterzogen
In der EU:
70 % der in der EU aktiven kriminellen Netzwerke wenden irgendeine Form der Geldwäsche an, um ihre Geschäfte zu finanzieren und ihre Vermögenswerte zu verschleiern
80 % der in der EU aktiven kriminellen Netzwerke missbrauchen legale Unternehmensstrukturen für ihre kriminellen Aktivitäten
zwischen 117 und 210 Milliarden € an verdächtigen Aktivitäten und Transaktionen unter Nutzung des Finanzsystems und der Wirtschaft der EU
Wie funktioniert Geldwäsche?
- Erwerb von schmutzigem Geld
- Einschleusung Illegale Profite werden in ein legales Finanzsystem eingespeist
- Verschleierung Durch Verschieben oder Umwandlung wird die Herkunft der Gelder verschleiert (z. B. durch falsche Rechnungen, Darlehen, Überweisungen zwischen Bankkonten)
- Integration Gewinne fließen in die Wirtschaft zurück (z. B. durch Investitionen in Immobilien, Luxusgüter, Unternehmen)
Beispiele:
alternativer Zahlungsverkehr (Netze, die Geld erhalten, um es fernab der Regulierungsaufsicht an Dritte weiterzugeben)
Bargeldschmuggel
Geldkuriere (Personen, die angeworben werden, um Überweisungen von illegal erworbenen Geldern zwischen Bankkonten vorzunehmen)
Missbrauch legaler Unternehmensstrukturen
Geldwäsche durch hochwertige Produkte
Missbrauch von Kryptowährungen (1,5 Milliarden €: geschätzte Transaktionen in Kryptowährungen auf Märkten im Darknet)
Quelle: Europäische Kommission, Eurojust, Europol, Vereinte Nationen
Weitere Informationen:
Letzte Überprüfung: 10. Juli 2026