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Die Umweltministerinnen und -minister erörterten Folgendes: die Fortschritte bei der Änderung der Verordnung über CO₂-Emissionsnormen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die Rolle der Natur als wirtschaftlicher Faktor sowie das weitere Vorgehen in Bezug auf die Wasserresilienzstrategie und die REACH-Verordnung.
Der zyprische Ratsvorsitz hat – geleitet von unserem Motto „Eine autonome Union – offen für die Welt“ – greifbare Fortschritte bei der Klima- und Umweltagenda der EU erzielt; dabei wurden ehrgeizige Ziele mit Wettbewerbsfähigkeit in Einklang gebracht und wurde die Fähigkeit der EU gestärkt, wirksam auf Herausforderungen hinsichtlich der Umwelt zu reagieren und gleichzeitig ihre globale Führungsrolle in wichtigen internationalen Prozessen zu stärken. Eine florierende Wirtschaft, ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt sowie Klimaneutralität sind einander ergänzende Säulen, die für eine prosperierende Zukunft für alle Europäerinnen und Europäer von entscheidender Bedeutung sind.
Maria Panayiotou, Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Umwelt der Republik Zypern
CO₂-Emissionsnormen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge
Die Ministerrunde erörterte den Vorschlag für eine Verordnung zur Änderung der Vorschriften über CO₂-Emissionsnormen für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Im Rat wurde eine Bilanz der Fortschritte gezogen, die während des zyprischen Vorsitzes bei den Verhandlungen im Rat erzielt wurden, einschließlich der guten Fortschritte bei den Bestimmungen über die Fahrzeugkennzeichnung. Mit diesen Bestimmungen werden die Händler dazu verpflichtet werden, den Verbrauchern Informationen zur Verfügung zu stellen, insbesondere über die CO₂-Emissionen, den Kraftstoff- und Stromverbrauch und die elektrische Reichweite.
Die Ministerinnen und Minister konzentrierten sich in ihren Ausführungen auf die wichtigsten noch offenen Fragen zu dem Vorschlag: die vorgeschlagenen Emissionsreduktionsziele für 2030 und 2035 und die neuen Flexibilitätsregelungen, die für die Hersteller eingeführt wurden, um den Automobilsektor bei der Energiewende zu unterstützen, unter anderem Begünstigungen für kleine Elektrofahrzeuge mit dem Prädikat „hergestellt in der EU“, Gutschriften für kohlenstoffarmen Stahl mit dem Prädikat „hergestellt in der EU“ und Kraftstoffgutschriften, einschließlich der Rolle erneuerbarer Kraftstoffe im weiteren Sinne.
Der Vorschlag zur Überarbeitung der CO₂-Emissionsnormen für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wurde als Teil des Automobilpakets vorgelegt, das auch einen Vorschlag zu sauberen Unternehmensfahrzeugen und Vorschläge zur Vereinfachung der Rechtsvorschriften für die Automobilindustrie (Omnibus-Paket für die Automobilindustrie) umfasst.
Der Rat zog eine Bilanz der Fortschritte bei der von der Kommission am 4. Juni 2025 angenommenen Wasserresilienzstrategie. Mit der Strategie soll auf die zunehmenden Herausforderungen der Wasserknappheit, der Dürre und der Hochwasser in ganz Europa, die durch den Klimawandel verschärft werden, reagiert werden. Europa erlebte im Jahr 2022 die schlimmste Dürre seit 500 Jahren, von der mehr als 40 % des Kontinents betroffen waren.
Die Umweltministerinnen und -minister sprachen über die Herausforderungen, mit denen sie im vergangenen Jahr konfrontiert waren, und die daraus gewonnenen Erkenntnisse, insbesondere in Bezug auf die Förderung der Wassereffizienz. Mit Blick auf die Zukunft erörterten sie auch digitale Lösungen für den Wassersektor und Möglichkeiten, mehr private Investitionen anzuziehen und innovative Finanzierungsinstrumente besser zu nutzen.
Die Ministerinnen und Minister berieten über die Risiken des Verlusts an biologischer Vielfalt für Unternehmen, die Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaft sowie darüber, wie damit umgegangen werden soll. Sie erkannten an, dass der Verlust an biologischer Vielfalt nicht nur eine Krise für die Ökosysteme ist, sondern auch eine unmittelbare Bedrohung für den wirtschaftlichen Wohlstand, die Wettbewerbsfähigkeit und die Resilienz. Um Ressourcen, Lieferketten und Infrastruktur zu sichern, müssen Unternehmen bei ihrer Entfaltung die Grenzen der Natur respektieren, anstatt sie zu überschreiten.
Konkret hat der Rat Wege geprüft, wie das Potenzial von Ökosystemdienstleistungen erschlossen und Anreize für den Übergang zu einer naturpositiven Wirtschaft geschaffen werden können, einschließlich einer vorhersehbaren und messbaren Finanzierung und der Verwendung von Naturgutschriften als Mechanismus zur Belohnung der Pflege der Natur.
Chemikalienpolitik der EU: die Zukunft der REACH-Verordnung
Die Ministerrunde führte einen Gedankenaustausch über die Zukunft der REACH-Verordnung. Dieser Rechtsakt regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe und soll ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt sicherstellen.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Frage, wie die Lücke bei der Einhaltung geschlossen und wie die Durchsetzung gestärkt werden kann, insbesondere was aus Drittländern eingeführte chemische Stoffe und den Online-Verkauf betrifft. Da die Verordnung nicht vollständig überarbeitet wird, erörterten die Ministerinnen und Minister Möglichkeiten zur Modernisierung und Vereinfachung der bestehenden Vorschriften bei gleichzeitiger Schaffung von Klarheit und Sicherheit für Betreiber und Behörden, auch durch sekundäre Rechtsvorschriften.
Im Vorfeld der COP 31 und vor der Übergabe an den künftigen irischen Vorsitz hat der zyprische Vorsitz eine Bilanz der Maßnahmen zur Stärkung der Verhandlungsposition der EU auf internationalen Klimatagungen gezogen.
Zu diesen Maßnahmen gehören die Entwicklung einer ersten mehrjährigen Vision der EU für die COP, die Einleitung frühzeitiger Beratungen über die Prioritäten für die COP 31, die Stärkung der Koordinierung und der Klimadiplomatie sowie die Verbesserung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit und des Informationsaustauschs, um die Vorgehensweise der EU an die sich wandelnden geopolitischen Gegebenheiten anzupassen.
Die Mitgliedstaaten bekräftigten, wie wichtig es ist, die Einheit der Europäischen Union zu erhalten und für eine koordinierte Reaktion zu sorgen, um sowohl die Integrität des Prozesses als auch die Interessen der Union insgesamt zu wahren.
Internationale Übereinkünfte und die Rolle des Rates (Hintergrundinformationen)
Klimaresilienz in Europa: Informelle Aussprache beim Mittagessen
Beim Mittagessen führten die Ministerinnen und Minister eine informelle Aussprache über die Fortschritte und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Klimaresilienz in Europa.
Der Vorsitz und die Kommission informierten die Ministerinnen und Minister über die 15. Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten, die im März 2026 in Brasilien stattgefunden hat.
Die Kommission unterrichtete die Ministerrunde über die bevorstehende 17. Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD COP 17).
Österreich, Italien, Luxemburg und Spanien präsentierten die Ergebnisse von 34 Jahren Durchführung der LIFE-Verordnung und einen diesbezüglichen Ausblick.
Die Tschechische Republik, Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien machten auf Herausforderungen bei der Umsetzung der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle aufmerksam.
Frankreich brachte die Frage der Koordinierung der Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten und der Verhinderung ihrer Ausbreitung zur Sprache.
Italien, Bulgarien und die Tschechische Republik informierten die Ministerinnen und Minister über Hochspannungsschaltanlagen und die Maßnahmen, die für ein starkes und sicheres europäisches Stromnetz erforderlich sind.
Die Niederlande sprachen die Frage der Umsetzung der weltweiten Bestandsaufnahme an und stellten die Ergebnisse und Folgemaßnahmen der ersten Konferenz über die Abkehr von fossilen Brennstoffen vor.
Kroatien berichtete über das MED9-Ministertreffen der Umweltminister (Šibenik, Kroatien, 18./19. Mai 2026), dessen Schwerpunkt auf der Resilienz der Wasserversorgung und dem Schutz der Meeresumwelt lag.
Belgien, Luxemburg und die Niederlande informierten die Ministerinnen und Minister über das von ihnen vorgelegte Non-Paper zum anstehenden Rechtsakt über die Kreislaufwirtschaft.
Die Medienakkreditierung für internationale Gipfeltreffen, die außerhalb der Europäischen Union stattfinden, wird von den Regierungsbehörden des Gastgeberlandes gehandhabt.